Italien
 
   
  Mit einer Rebfläche von 908.000 Hektar und rund 52 Millionen Hektoliter produziertem Wein per anno (Status 2000) liegt Italien mit den Ländern Frankreich und Spanien im absoluten Spitzenfeld. Wein wird vom Norden (Trentino-Südtirol) bis in den tiefsten Süden (Sizilien) und auf den Inseln im Mittelmeer angebaut. Derzeit sind weit über 300 DOC und DOCG-Zonen mit knapp 1.000 Weintypen anerkannt, die aber nur rund 20% der Gesamt-Produktion erbringen. Es gibt rund zwei Millionen Erzeuger, 340.000 Keller und 45.000 Weinabfüller. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe besitzen auch Rebflächen (rund 80% unter 5 ha und nur 1% mehr als 50 ha). In Summe kann man Italien als das vielfältigste Weinland der Welt bezeichnen.

Der italienische Boden ist von großer Vielfalt geprägt, doch das Klima hat gemeinsame Einflussgrößen. Die Alpen schirmen gegen kalte Nordwinde ab, die Apenninen bilden vom Piemont bis Sizilien eine Wetterscheide. Das Mittelmeer östlich und das Tyrrhenische Meer westlich sowie die zahlreichen Flüsse und Seen wirken sich bestimmend aus. Die besten Regionen haben im Durchschnitt Temperaturen zwischen 12 und 16 °C, ausreichende Schnee- und Regenfälle im Winter und warme bis heiße Sommer mit Sonnenschein bis spät in den Herbst. Die Weingärten sind von Meereshöhe bis hinauf zu 1.000 Höhenmetern angelegt.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man in Italien eher auf Masse und weniger auf Qualität. Ab den 1960er-Jahren vollzog sich dann ein tief greifender Wandel. Das erste Gebiet, in der sich das ”italienische Weinwunder” bemerkbar machte, war Chianti-Classico in der Toskana, wo ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit vollzogen wurde. Dazu trugen unter anderem die berühmten Weingüter Antinori, Frescobaldi und Ricasoli sowie später Ca´ del Bosco in der Lombardei entscheidend bei. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts hat sich der italienische Wein stärker verändert als in den drei Jahrtausenden davor. Im Jahre 1963 wurde eine umfassende (und seitdem schon ein paar mal ergänzte bzw. geänderte) Ordnung geschaffen und die neuen Qualitäts-Bezeichnungen ”Denominazione di Origine Controllata” (DOC) und später für die allerbesten Weine mit dem Zusatz ”e Garantita” (DOCG) eingeführt, was zur Qualitäts-Verbesserung ganz entscheidend beitrug. Die Italiener gingen gegenüber den Franzosen sogar einen Schritt weiter, denn in den DOC-Regeln werden unter anderem auch die für den jeweiligen Wein gewünschte Farbe (colore) und der Geschmack (odore), sowie die Mindest-Lagerungszeit (Invecchiamento minimo) definiert. Es gibt folgende vier Qualitätsstufen:

   
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